4.9/5 - (11 votes)
Das Stausee Wasserfallboden - von der Höhenburg am Mooserboden gesehen
Das Stausee Wasserfallboden – von der Höhenburg am Mooserboden gesehen

Der Stausee Wasserfallboden – Technik inmitten alpiner Pracht

Der Stausee Wasserfallboden ist der untere der beiden Hochgebirgsstauseen in Kaprun. Er liegt auf einer Höhe von 1.672 Metern in den Hohen Tauern. Der See ist ein wichtiger Speicher für die Stromerzeugung. Seine türkisfarbene Wasseroberfläche macht ihn zu einem Ausflugsziel im Salzburger Land. Er ist über den größten Schrägaufzug Europas erreichbar. Oberhalb liegt der Stausee Mooserboden.

Wenn du den Stausee Wasserfallboden besuchst, bist du im Pinzgau ganz weit oben in den Bergen der Hohen Tauern. Hier hast du die Möglichkeit die Ingenieurskunst zu bewundern, die diesen künstlichen See für die Tauernkraftwerke Kaprun erschaffen hat. Auf einer Höhe von 1.672 Metern Meeresspiegel bildet der Stausee Wasserfallboden den Zugang zu den bekannten Kaprun Stauseen. Du findest ihn am südlichen Ausläufer des Kapruner Tals. Dieser Speichersee dient das ganze Jahr als Wasserspeicher für das Kraftwerk Kaprun. Gemeinsam mit dem oberhalb liegenden Stausee Mooserboden bildet er den zentralen Zufluß für die Turbinen, die elektrische Energie erzeugen.

Die Limbergsperre – Staumauer des Stausee Wasserfallboden

Die ersten Bagger rollten bereits 1938 an, um die Limbergsperre zu bauen. Doch der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs stoppte alle Arbeiten an der Staumauer des Wasserfallboden Stausees. Erst nach Kriegsende konnte das Projekt fertiggestellt werden – ermöglicht durch die finanziellen Mittel aus dem amerikanischen Marshall-Plan. Am 22. September 1951 wurde die Mauer fertiggestellt und genau ein Jahr später ging am 22. September 1952 der Stausee offiziell in Betrieb.

Konstruiert wurde die Sperre als doppelt gekrümmte Bogengewichtsmauer. Die nackten Zahlen zeigen, welche Massen hier bewegt wurden: Die Mauer ragt 120 Meter in die Höhe und erstreckt sich über eine Länge von 357 Metern. An ihrer tiefsten Stelle ist sie 37 Meter dick, um dem enormen Wasserdruck standzuhalten. Insgesamt wurden für den Bau 446.000 Kubikmeter Beton in die Berge transportiert.

Der Stausee

Blick über den Stausee Wasserfallboden
Blick über den Stausee Wasserfallboden

Der Stausee Wasserfallboden hat ein Gesamtvolumen von 86 Millionen Kubikmetern Wasser. Davon lassen sich 84,5 Millionen Kubikmeter aktiv für die Stromerzeugung nutzen, was einem Energieinhalt von 159,9 GWh entspricht. In der Realität schwankt der Wasserspiegel zwischen dem maximalen Stauziel auf 1.672 Metern und dem unteren Absenkziel bei 1.590 Metern. In diesem Bereich funktioniert der See wie ein riesiger Energiespeicher, der flexibel Strom liefert, sobald Bedarf im Netz besteht.

Woher kommt das Wasser? Wo fließt es hin?

Der Stausee Wasserfallboden wird über ein System aus Stollen und natürlichen Zuflüssen gespeist. Das meiste Wasser stammt aus dem Stausee Mooserboden und gelangt über den Druckstollen Oberstufe in das Becken. Flankiert wird diese Zufuhr durch den Hirzbachstollen und regionale Bäche. Vom Stausee aus führt der Weg des Wassers weiter durch den Druckstollen Hauptstufe hinab zum Kraftwerk Hauptstufe Kaprun. Innerhalb der Tauernkraftwerke Kaprun fungiert der See als Zwischenspeicher, der Wasser je nach Bedarf zurückhält oder freigibt.

Was viele nicht wissen

Wo heute der Stausee Wasserfallboden liegt, befanden sich früher Almböden. Auf diesen Wiesen stand ab 1868 die Erzherzog-Rainer-Hütte, eine der ersten Schutzhütten des Alpenvereins. Der ursprüngliche Bau bot lediglich 4 Schlafplätze, wurde aber bereits 1877 erweitert. Mit der Flutung des Stausees verschwand die Hütte unter der Wasseroberfläche.

Der Kraftwerksbau veränderte die Infrastruktur der Region grundlegend. Ab 1947 wurden für den Materialtransport Zufahrtsstraßen und Seilbahnen errichtet. Während die Seilbahnen bis heute exklusiv für den Werksbetrieb genutzt werden und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind, bildet das Straßennetz die Basis für den Tourismus. Es öffnet den Zugang zum Nationalpark Hohe Tauern und ermöglicht den Transfer der Ausschlusgäste mit Bussen hinauf zu den Staumauern.

Der besondere Aufzug am Stausee Wasserfallboden

Der Lärchwand-Schrägaufzug am Stausee Wasserfallboden ist der größte Schrägaufzug in ganz Europa. Die technische Konstruktion basiert auf einer offenen Plattform mit den Maßen 9 mal 5,40 Meter. Auf einer Schienenlänge von 820 Metern befördert der Aufzug Passagiere und Material nach oben, wobei er einen Höhenunterschied von 431 Metern bewältigt. Für Besucher ist die Fahrt ein interessanter Programmpunkt, da sie eine außergewöhnliche Perspektive auf die Bergwelt bietet und die Größe der Anlage erlebbar macht.
–> Lärchwand Schrägaufzug

Wie kann man den Stausee Wasserfallboden erleben?

Der Weg zum Stausee Wasserfallboden und weiter zum Stausee Mooserboden ist als Ausflug vom Verbund organisiert. Du kannst nicht selbst mit dem Auto zum Wasserfallboden fahren. Du kommst nur bis zum Parkplatz Kesselfall (Kesselfallstraße 98, 5710 Kaprun). Mit dem Auto dauert die rund 8 Kilometer lange Fahrt vom Ortszentrum Kaprun etwa 15 Minuten. Alternativ steuert der Bus 660 vom Bahnhof Zell am See über Kaprun direkt die Endhaltestelle Kaprun Kesselfall an. Am dortigen Infozentrum stehen kostenlose Parkplätze zur Verfügung.

Ab dem Kesselfall geht es für Besucher mit den organisierten Bussen des Verbunds weiter. Der erste Abschnitt erfolgt mit einem Verbund-Bus, der bis zur Talstation des Lärchwand-Schrägaufzugs fährt. Dort steigen Passagiere auf die offene Plattform des europaweit größten Schrägaufzugs um, der auf einer Strecke von 820 Metern einen Höhenunterschied von 431 Metern bewältigt. An der Bergstation des Aufzugs angekommen, liegt der Stausee Wasserfallboden mit der Talsperre Limberg. Für die Weiterfahrt zum höher gelegenen Stausee Mooserboden wartet an der Bergstation ein weiterer Verbund-Bus. Am Mooserboden angekommen, bilden die Staumauern, Wanderwege und Ausstellungen den Schlusspunkt der Exkursion in die Hohen Tauern.

Anreise von Kaprun zum Stausee Wasserfallboden:

  • Du kannst bequem mit dem Auto von Kaprun aus zum Parkplatz Kesselfall fahren. Die Strecke beträgt etwa 8 Kilometer und dauert ungefähr 15 Minuten. Während der Fahrt passierst du die beeindruckende Klamm und kommst am kostenlosen Infozentrum über die Kaprun Stauseen vorbei.
  • Für die Anfahrt kannst du die Adresse Kesselfallstraße 98, A-5710 Kaprun in dein Navigationsgerät eingeben.

Auch Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich:

  • Wenn du mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Zell am See oder Kaprun unterwegs bist, bietet sich der Bus 660 an. Dieser verbindet den Bahnhof Zell am See, Kaprun und den Ausgangspunkt der Kaprun Ausflugsbusse, die dich zum Stausee Wasserfallboden bringen.
  • Steige an der Endhaltestelle „Kaprun Kesselfall“ aus.

Fahrt mit dem Verbund Bus zum Lärchwand Schrägaufzug

  • Am Parkplatz Kesselfall startet der öffentliche Bus, der dich bis zum Schrägwandaufzug bringt. Dort ist der Ausstieg aus dem Bus und der Einstieg in den Schrägaufzug.
  • Am Stausee Wasserfallboden angekommen, können Besucher die majestätische Talsperre Limberg bewundern, die den See aufstaut.
  • Die imposante Staumauer, erbaut zwischen 1938 und 1951, ist beeindruckend in ihrer Größe und Architektur.

Fahrt mit dem Lärchwand-Schrägaufzug:

  • Der Schrägaufzug ist ein technisches Meisterwerk und der größte seiner Art in Europa. Von der Talstation aus gelangst du auf einer Strecke von 820 Metern und überwindest dabei 431 Höhenmeter.
  • Der Schrägaufzug bietet eine einzigartige Möglichkeit, die atemberaubende Landschaft zu bewundern, während du seitwärts den Berg hinaufgezogen wirst.

Fahrt mit dem Verbund Bus zum Stausee Mooserboden:

  • An der Bergstation de Lärchwand Schrägaufzugs, steigst du in einen Bus um, der dich weiter zum Stausee Mooserboden bringt.
  • Am Stausee Mooserboden angekommen, erwartet die Besucher ein weiteres beeindruckendes Hochgebirgspanorama.
  • Die Touristen können die Umgebung erkunden, auf der Staumauer spazieren gehen und das atemberaubende Panorama der umliegenden Berge genießen.
  • Verschiedene touristische Einrichtungen und informative Ausstellungen bieten zusätzliche Einblicke in die Geschichte und Technologie der Stauseen.

Genieße die Fahrt und die Aussicht:

  • Während der Fahrt bieten sich atemberaubende Ausblicke auf die umliegende Landschaft und die Stauseen. Du wirst von der Schönheit der Region beeindruckt sein.

Insgesamt bietet die Reise zum Stausee Wasserfallboden und zum Stausee Mooserboden eine einzigartige Möglichkeit, die Schönheit der Hohen Tauern und die technischen Meisterwerke der Wasserkraft hautnah zu erleben. Die Kombination aus spektakulärer Natur und faszinierender Ingenieurskunst macht diese Exkursion zu einem unvergesslichen Erlebnis für Touristen. Der Stausee Wasserfallboden lockt Besucher nicht nur mit seiner technischen Raffinesse, sondern auch mit einer atemberaubenden Landschaft, die die Sinne verzaubert. Die Gipfel der Hohen Tauern rahmen das saphirblaue Wasser ein und schaffen eine Kulisse von beispielloser Schönheit und Erhabenheit.

Mein persönliches Fazit zum Stausee Wasserfallboden

Der Stausee Wasserfallboden hat mich auf eine ganz besondere Weise begeistert. Es ist nicht nur der technische Aspekt, der diesen Ort so faszinierend macht, sondern auch die außergewöhnlich schöne Natur, die ihn umgibt. Der Stausee liegt hoch oben in den Hohen Tauern und ist von einer beeindruckenden Gebirgskulisse umrahmt, die einem fast den Atem raubt. Die Berggipfel sind über 3000 Meter hoch. Mittendrin liegt die Limbergsperre – die gewaltige Staumauer, die den See aufstaut.

Es ist unglaublich, wie hier Natur und Technik miteinander verschmelzen. Der Stausee dient als wichtiger Wasserspeicher für die Tauernkraftwerke und hat eine bedeutende Rolle bei der Stromproduktion. Dass man an einem so technisch wichtigen Ort gleichzeitig die atemberaubende Schönheit der Umgebung genießen kann, macht den Besuch zu etwas ganz Besonderem.

Was ich ebenfalls sehr beeindruckend fand, ist der Lärchwand-Schrägaufzug. Mit ihm geht es fast 431 Höhenmeter hinauf. Die Fahrt mit dem Aufzug ist ein echtes Abenteuer. Die Aussicht während der Fahrt ist einfach fantastisch. Der Aufzug ist übrigens der größte Schrägaufzug Europas. Für mich war das ein absolutes Highlight des Ausflugs.

Für jeden, der die Hohe Tauern Region rund um Zell am See besucht, ist der Stausee Wasserfallboden definitiv ein lohnenswertes Ziel. Es gibt viel zu entdecken – von der Geschichte der Kapruner Stauseen über die spektakulären Ausblicke bis hin zu den Informationen zur Stromgewinnung. Auch wenn man kein Technik-Fan ist, wird man hier von der Kombination aus Natur und Ingenieurskunst begeistert sein. Ein Ort, den man in Österreich auf jeden Fall gesehen haben sollte! Beachte: Es gibt keinen Wanderweg rund um diesen See.

Zusammenfassung Stausee Wasserfallboden

Hier ist eine übersichtliche Tabelle zum Stausee Wasserfallboden:

Stausee WasserfallbodenDetails
LagePinzgau, Hohe Tauern, Österreich, auf 1.672 Metern über dem Meeresspiegel
FunktionWasserspeicher für das Tauernkraftwerk Kaprun
StaumauerLimbergsperre, Bau begann 1938, abgeschlossen 1951, 120 m hoch, 357 m lang
Speicherkapazität86 Millionen Kubikmeter
Energieinhalt159,9 GWh
ZuflüsseStausee Mooserboden (oberhalb), Hirzbachstollen, Bäche der Umgebung
Besondere SehenswürdigkeitStaumauer Limbergsperre, Schrägaufzug, Ausblicke auf die Berge und den See
Zugang zum StauseeKombinierte Fahrt mit Bus und Schrägaufzug ab Parkplatz Kesselfall

Die häufigsten Fragen

Wo ist der Stausee Wasserfallboden?

Der Stausee Wasserfallboden liegt südlich der Gemeinde Kaprun in den Hohen Tauern im Bundesland Salzburg in Österreich. Er ist auf einer Höhe von 1.672 Metern über dem Meeresspiegel am südlichen Ausläufer des Kapruner Tals in den Hohen Tauern gelegen.

Kann man mit dem Auto zum Stausee Wasserfallboden?

Nein, es ist nicht möglich, mit dem Auto direkt zum Stausee Wasserfallboden zu gelangen. Die Fahrt mit dem Auto ist nur bis zum Parkplatz Kesselfall möglich, der sich in der Nähe befindet. Von dort aus wird der weitere Weg zum Stausee Wasserfallboden mit dem Verbund-Bus fortgesetzt. Der Parkplatz Kesselfall dient als Ausgangspunkt für die Besucher, die den Stausee Wasserfallboden erkunden möchten. Die Fahrt zum eigentlichen Stausee erfolgt dann mit dem öffentlichen Bus, der speziell für diesen Zweck eingerichtet ist und die Besucher zur beeindruckenden Attraktion führt.

Kann man mit dem Fahrrad zum Stausee Wasserfallboden?

Nein, es ist nicht möglich, mit dem Fahrrad direkt zum Stausee Wasserfallboden zu gelangen. Die Zufahrt mit dem Fahrrad ist nur bis zum Parkplatz Kesselfall gestattet.

Wieviel Wasser kann der Stausee Wasserfallboden fassen?

Der Stausee Wasserfallboden hat einen Gesamtinhalt von etwa 86 Millionen Kubikmetern Wasser. Davon können rund 84,5 Millionen Kubikmeter nutzbar für die Stromerzeugung verwendet werden. Der Stausee hat einen Energieinhalt von etwa 159,9 Gigawattstunden (GWh).

Kann man um Stausee wandern?

Nein, es gibt keinen Wanderweg, der rund um den See führt.

Welche Hütte befand sich früher im Kapruner Tal, wo heute ein Stausee ist?

Früher befand sich im Kapruner Tal die „Erzherzog Rainer-Hütte“, eine historische Berghütte, die im Jahr 1868 vom Alpenverein (ÖAV) errichtet wurde. Die Hütte lag auf einer Seehöhe von 1624 Metern über dem Meeresspiegel und diente als Übernachtungsmöglichkeit für Bergsteiger und Naturliebhaber, die das entlegene Mooserboden-Tal im Kapruner Tal besuchten. Die Erzherzog Rainer-Hütte war die erste Schutzhütte in den Ostalpen. Jedoch wurde die Hütte durch den Bau des Speichers Wasserfallboden mit der Limbergsperre und der Flutung des Tales im Jahr 1953 abgerissen.

Weiterführende Links

Stausee Wasserfallboden merken

Willst du auch mal hier her? – dann merk dir gleich den Pin auf Pinterest, so findest du diese Webseite mit den Tipps leicht wieder bei deiner Planung. Teil den Beitrag für deine Freunde auf Facebook oder schick ihn kostenlos per WhatsApp oder Email, so findest du diese Tipps in deinem Account oder auch deine Freunde auf dem Handy oder Computer!